Maldewin
 

Das Haus Maldewin
Anliegend eine Skizze des Hauses, mit der ich versucht habe die Raumaufteilungen graphisch darzulegen, ohne mich dabei an genaue Maße halten zu können. Maldewin war ein langgestrecktes Gutshaus mit ausgebauten Dachgeschoß. Es war voll unterkellert. Von der Auffahrt hereinkommend, trat man in eine große, helle Halle. Zwei große Schränke zogen die Aufmerksamkeit des Besuchers auf sich. Es waren Möbelstücke, reich mit Schnitzereien verziert, deren Wert auch das Museumin Stettin taxiert hatte und die diese Möbelstücke auch einige andere gern von Herrn v. Dewitz käuflich erworben hätte.
Rechts und links von der Halle aus lagen je drei große Zimmer, in denen u. a. sich nachstehende Kostbarkeiten befanden. Im Wohnzimmer ein Stollenschrank mit Schnitzereien, im Herrenzimmer ein 16-eckiger Marmortisch, der von einer breiten, mit Schnitzarbeiten gearbeitete Eichenholzleiste eingefaßt war, im Büro ein großer, zweiteilig aufeinandergesetzter Schrank, je zweitürig in sehr schöner Intarsia-Arbeit gefertigt.
Durch die Halle hindurchgehend, kam man in das große Eßzimmer mit Terrasse. Von da aus konnte man über eine breite Treppe in den Garten gehen. Auch im Eßzimmer standen zwei schöne Schränke mit Schnitzarbeiten, sowie eine ebensolche Anrichte. In der Mitte des Zimmers über dem großen Eßzimmerausziehtisch hing ein 12-flammiger Kristall-Prismenleuchter. Die Räume hatten Parkettfußböden und waren mit Teppichen und Brücken belegt.
Von der Halle aus vor dem Eßzimmer befand sich linksseitig der Schlaftrakt
der Familie und rechtsseitig die Wirtschaftsräume. Im ausgebauten Dachgeschoß waren die Fremdenzimmer, ein Wohn- und Schlafzimmer für die Tochter Marlies Schmidt (Tochter aus 1. Ehe von Frau v. Dewitz), Schlafzimmer der Angestellten, ein Bad undWC, Wirtschafts- und Abstellräume und der Boden.

Gutshof
Gut Maldewin und Umgebung
Umgebung von Maldewin
Nordwest von Maldewin liegt das Vorwerk Sophienhof

Gut Maldewin
Die Größe des Gutes betrug um 1400 Morgen. Davon waren rund 1000 Morgen unter dem Pflug. Der Boden war in sehr guter Kultur, es war ein guter sandiger Lehmboden. Gut Maldewin hatte sich unter der Bewirtschaftung von Herrn von Dewitz zu einem intensiven Saathochzucht-Anbaugebiet für Getreide und Kartoffeln entwickelt. Herr von Dewitz besaß den gelben Anerkennungsbescheid. Abnehmer des Saathochzuchtgetreides war die pommersche Saatzucht GmbH in Naugard, die auch Lieferant des Saatgutes war.
Der Saatroggen - Petkus-Kurzstroh - brachte 194o einen Durchschnittsertrag von rund. 12 dz. Saatgut pro Morgen. Der Ertrag der Braugerste, die auch angebaut wurde und der anderen Getreidearten waren in den letzten Jahren vor der Flucht gut bis sehr gut. Auch die Saatkartoffelernten waren sehr zufriedenstellend. Kartoffeln, wie gewachsen, ca. 8o - 9o dz. je Morgen. Die Saatkartoffeln wurden so viel wie möglich sogleich über die Pommersche Saatzucht auf dem Bahnhof Ornshagen verladen und versandt. Ein Teil der Ernte kam zum Überwintern in Kartoffelmieten. Die Kartoffelernte wurde im Akkordlohn eingebracht. Die kleinen und aussortierten Kartoffeln wurden in die Brennerei-Genossenschaft nach Ornshagen geliefert um dort zu Sprit verarbeitet zu werden.
Herr v. Dewitz war Gesellschafter der Brennerei Ornshagen. Der für Maldewin anfallende Sprit wurde an die Po-Sprit, Stettin verkauft. Zum Gut Maldewin gehörten für die Deputanten- und Arbeiterfamilien vier Zweifamilienhäuser mit Garten und Stallung und vier Vierfamilienhäuser dazu. Die Zweifamilienhäuser und ein Vierfamilienhaus schlossen sich an, dem Weg ins Dorf direkt an das Gut an während die anderen Häuser im Dorf verteilt standen.

Dorf-Maldewin - 1907
Bilder aus dem Dorf Maldewin - 1907
Das Dorf Maldewin
Das Dorf Maldewin zählte 1937 ca. 100 bis 120 Einwohner. Es bestand aus dem Gut und fünf Bauernhöfen, deren Größe je 100 - 150 Morgen betrug, einem Pastorat und Kirche, eine Postagentur mit täglich zweimal Postausgabe außer Sonntags einmal, ein Kolonialwarengeschäft, mit einer Gastwirtschaft und Tanzsaal und zwei oder drei kleinen Siedlerhäuschen. Die Bauernhöfe gehörten dem Bürgermeister M. Knaack, dem Gastwirt, E. Zülow, dem Viehhändler F. Stapel, dem Bauern W. Steits und F. Rosentreter.
Pastor Harms hatte sein zum Pastorat gehörendes Land verpachtet. Die kleine evangelische Dorfkirche stand in dem alten nicht mehr benutztem Friedhof, angrenzend an den Garten von Gut Maldewin. An der Friedhofsmauer, von dem Garten ausgehend lag anschließend die Erbbegräbnisstätte der Familien v. Dewitz-Maldewin. 1940 war durch den tragischen frühen Tod der jüngsten Tochter Eugenie v. Dewitz die Erbbegräbnisstätte für die nachfolgenden Familienangehörigen erweitert worden. Der Friedhof für die Dorfeinwohner lag am Eingang des Dorfes Maldewin an der Straße von Ornshagen kommend.


Vorwerk Sophienhof

 

   
geändert: 07.03.2020